mission
statement

Wo stehen wir im Kontext von ‚virtual reality’, ‚augmented reality’, Video und 3D-Brillen?

Wir lieben die analoge Erfahrung! Wir glauben, dass das Internet der perfekte Ort ist, über sie zu informieren, sie zu beschreiben, sich über sie auszutauschen und sich mit ihr zu koordinieren.
Der Ersatz oder die Überlagerung von realen Erfahrungen durch virtuelle Inhalte kann in einem erfüllten Leben hingegen nur eine Nebenrolle einnehmen – zu Schulungszwecken, zur Unterhaltung in Randzeiten, für Experimente.
Unsere Zukunftsvorstellung: Das Internet zu nutzen, um mehr und bessere analoge Erfahrungen und Erlebnisse zu haben. Die Zukunft des Internet liegt darin, dass ich mit immer weniger Internetnutzung einen immer größeren Erfolg im wirklichen Leben habe.

Was bedeutet der neuen Bildstandard für den Handel und den eCommerce?

Wir bereichern die reale Erfahrung, indem wir sie als Vorlage und Interaktionsbasis nehmen. ‚Shopping’ als alltägliche Interaktionserfahrung aus der analogen Welt kann dazu als gutes Beispiel dienen: Obwohl sie als Ausrüstungsinteraktion für das Leben genauso nur eine Ergänzungsfunktion hat wie eine virtuelle Besichtigung, ist die eingeübte Interaktion auf der Bedieneroberfläche eines Supermarktes der Shoppingerfahrung im Internet weit überlegen. Die physikalische Bewegung durch das aktuell verfügbare Warenangebot in möglichst ansprechender Präsentationsform führt zu einem Kauferlebnis.
Mit den datenbanknahen Darstellungsformen der bisherigen ersten Generationen von eCommerce-Angeboten ist ein analoges Kauferlebnis nicht annähernd zu ersetzen. Die Repräsentation eines realen Verkaufsraumes in möglichst realitätsgetreuen Bildern wird dies auch nicht können, denn Erlebniswert und sinnliche Erfahrungen sind noch in weiter Ferne. Stattdessen wird die quasianaloge Repräsentation dem Nutzer helfen, den lästigen Teil des Konsumptiven, die Beschaffungsarbeit und Haushaltslogistig angenehmer und effizienter zu gestalten, während die Bilder zugleich einzahlen auf die attraktiven realen Vorlagen. Die Befürchtung, das der Internetnutzer Geschäftsräume nur noch virtuell besucht und in der Realität ausbleibt, wird statistisch widerlegt dadurch, dass die attraktive Internet-Repräsentation (der attraktiven realen Vorlage) das Besuchsaufkommen erhöhen hilft. Spätestens im Tourismus wird die Befürchtung absurd: Der virtuelle Hotelbesuch wird den realen nicht ersetzen.

Verändert der neue Bildstandard das Kräfteverhältnis zwischen stationärem Geschäft und eCommerce?

Der massive Einfluss der neuen Internet-Welt auf die ‚alte’ soll nicht in Abrede gestellt werden: Der analoge Weg durch ein immer gleiches Warenlager zwecks persönlichem, analogen Zusammensuchen von Gegenständen des alltäglichen Bedarfes in Neonlicht ohne persönliche Ansprache, Beratung, Betreuung wird wohl verschwinden, sich allerwenigstens massiv verändern. - Positiv gesprochen wird persönliche Ansprache, Beratung, Betreuung eine wirtschaftliche Renaissance erleben, da dies einen spürbaren Mehrwert produziert. Die unbefriedigende Nüchternheit eines Einkaufens in einer Datenbank-ähnlichen Katalogwelt steht im Wettbewerb mit einer stereotypen Warenanordnung im Supermarkt. Beide Welten stehen unter massivem Legitimierungsdruck. eCommerce empfiehlt sich durch Effizienz und Preisvorteile, die analoge Welt durch Anregungen und erlebbare Begegnungen mit Waren und Menschen.
Die im neuen Bildstandard gut navigierbaren 360-Grad-Touren transponieren nun die ‚Bedieneroberfläche’ der analogen Shoppingwelt ins Digitale. Hier kann sie vielseitig nutzbar gemacht werden – zahlt dabei aber immer ein auf die jeweilige analoge Repräsentanz als Besuchsort. Omnichannel funktioniert auf dieser Plattform nun, weil Synchronität suggeriert wird: Ich bekomme online und offline das selbe – kann es holen gehen oder schicken lassen. Von hier aus ist der technische Auftrag klar. Die Auswirkungen können wir nicht vorhersehen:

Der neue Bildstandard verbreitert die Schnittmenge zwischen digital und analog: Überraschungen sind programmiert, wenn eCommerce und stationäres Geschäft darum konkurrieren, was Spaß macht.

Die Bloßstellung von ungeliebten Such- und Sammelarbeiten der Kunden im analogen Einzelhandel führt interessanterweise jüngst zu einer bemerkenswerten Innovation in der analogen Einkaufswelt:
Lebensmittel und Kochzutaten werden passend zu attraktiven Rezepten als Paketangebote prominent platziert und mit Aufpreis verkauft. Eine wunderbare Convenience-Innovation, die eine Stärke des Kaufortes spielt: Die Präsentation der Ware soll aus Sicht des Anbieters zum Kauf anregen. Dabei wird oft vergessen: Der Kunde geht ebenfalls dort hin, um sich neben der reinen Beschaffungsarbeit seinem kreativen Wesen gemäß vom Angebot anregen, inspirieren zu lassen. Wer leichtfertig in den Abgesang der analogen Verkaufswelten einstimmt, vergibt große Chancen: Wer weiß, wieviel es hier noch zu gewinnen gibt?

Eine weitere große Stärke der digitalen Abbildung des Analogen:
Kostengünstig können wir beim virtuellen Besuch des stationären Geschäftsraumes alle Bewegungen des individuellen Interesses nachvollziehen und auswerten. Die ungeliebte, vermeintlich Mitarbeiterzeit unbezahlt verzehrende Frage des Kunden an die Verkäuferin, ob es etwas Bestimmtes im Geschäft gibt und wenn ja, wo – im Internet führte ihre Monetarisierung zu einem der weltgrößten und profitabelsten Unternehmen überhaupt. Und der analoge Einzelhandel ist gut beraten, mit entsprechenden werblichen Angeboten auf Suchanfragen regional ausgesteuert den fragenden Kunden – leider auch kostenträchtig - wieder zurückzuholen. Der neue Bilderstandard ist naturgemäß interaktiv – und alle Bewegungen (und Sucheingaben) werden aufgezeichnet und dem Händler bereitgestellt. Shoppen ist Suchen und diese Datengewinnung könnte sich als wahre Goldgrube erweisen, denn sie sagt dem stationären Händler, was der Kunde bei ihm sucht!
Der analoge Versorgungsposten Einzelhandel muss sich in der Folge nicht völlig neu erfinden: Das legendäre Londoner Kaufhaus Harrods spitzte die Sache schon vor Jahrzehnten zu auf das selbstgesteckte Ziel: Bei uns bekommen Sie alles – und wenn nicht, dann besorgen wir es Ihnen. Die Vorstellung, dass mit dem eCommerce die Kunden diese Arbeit des ‚Warenbedarfe Identifizierens, Suchens und Herbeischaffens’ selbst übernehmen wollen, es wird in grundlegenden und weitgehend stereotypen Produktbereichen stimmen: Die typische Onlinebestellung wird sein: „Das Gleiche wie letzte Woche“ – aber was sagt das schon? Die Welt ging nicht unter, als die Menschen nicht mehr sämtlich zum Wasserholen und Brennholzsammeln selbst losziehen mussten. Tatsächlich werden sie bewusster und besser informiert losgehen und da das Informationsvolumen damit explodiert ist, die verfügbare Zeit aber nicht, wird die authentische, realitätsnahe und möglichst erfahrungsnahe Information einen entscheidenden Wettbewerbseinfluss haben.